
In dieser queeren Audiogeschichte wagt eine Frau, die schon lange ihre Sexualität hinterfragt, den ersten Schritt mit ihrer Kollegin. Erforsche neues Terrain in diesem erotischen LGBTQ+ Hörspiel.
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Meine Wangen sind ganz heiß. Entweder vom Wein oder weil ich nervös bin.
Wem mach ich hier was vor? Natürlich sind es meine Nerven.
Warum hab ich nicht einfach gesagt, dass ich schon was vorhabe? Gefeuert werden kann man schließlich nicht, nur weil man nicht zur Büroparty kommt.
Zumindest findet das Ganze diesmal nicht im Büro statt. Ich verbringe da sowieso schon viel zu viel Zeit. Sieht so aus, als wären alle hier. Wahrscheinlich weil alle scharf drauf sind, auf Kosten unseres Chefs zu trinken. Das ganze Team ist total herausgeputzt, die Leute unterhalten sich oder tanzen - und können es sicher kaum erwarten, nächste Woche im Büro den heißesten Klatsch und Tratsch auszutauschen.
Eigentlich würde ich da gerne drüber stehe, über den Gerüchten, den Affären zwischen Kollegen und so weiter, aber in Wirklichkeit stecke ich mitten drin. Ich frage mich, wo du bist. Du hast gesagt, du würdest auch kommen. Und, um ehrlich zu sein, wäre ich nicht hier, wenn ich nicht wüsste, dass ich dich hier treffen würde.
Wenn ich die Wahl hätte, würde ich viel lieber mit einer Tüte Chips vor dem Fernseher liegen, als hier in dieser Hotelbar mit meinen Kollegen Smalltalk machen zu müssen. Aber du scheinst dich zu verspäten. Oder vielleicht doch nicht zu kommen?
Übelnehmen könnte ich es dir nicht. Dieses Hotel ist eine ganze Ecke von der Innenstadt weg und die Firma hat für jeden ein Zimmer gebucht. Ich streiche den Kragen meines knielangen Blumenkleids glatt. Zwischen all den hautengen Minikleidchen meiner Kolleginnen fühle ich mich wie eine Nonne.
“Hey! Da bist du ja. Lust, zu tanzen? ”
Ich blicke hoch und entdecke den Typen aus der Buchhaltung, mit dem ich ein paar Mal im Gang gequatscht habe. Er streckt mir seine Hand entgegen und lächelt mich mit seinem - zugegebenermaßen attraktiven - Gesicht an.
“Oh, vielleicht später, danke. Ich, ähm, ich warte noch auf jemanden. ”
Ich fühle mich geschmeichelt. Ich mag ihn. Er ist immer nett zu mir und irgendwie spüre ich, dass er ein guter Kerl ist. Und alle Mädels im Büro stehen auf ihn. Aber ich bin nicht an ihm interessiert. Zumindest nicht auf diese Art.
“Okay, na gut. Derjenige kann sich auf jeden Fall sehr glücklich schätzen. Du siehst übrigens super aus! ”
“Oh, danke. Wir, ähm, wir sehen uns auf der Tanzfläche. ”
Grinsend schüttle ich meinen Kopf, als er sich in einem Moon-Walk rückwärts von mir entfernt. Er findet beinahe sofort eine andere Tanzpartnerin. Überrascht mich nicht.
Seine Worte hallen immer noch in meinem Kopf wider. Derjenige kann sich glücklich schätzen...
“Hey.”
“Hey!”
Endlich bist du hier. Und dein unwiderstehliches Grinsen hast du auch mitgebracht. Du siehst cool aus wie immer - mit deinen Händen in den Hosentaschen, deinem leicht verwuschelten Haar und deinem lockeren Hemd, das bis knapp über deiner Brust offensteht. Ich spüre die Elektrizität, die durch meinen Körper knistert.
Ich stelle mein Weinglas ab und stehe auf, um dich zu umarmen. Du erwiderst meine Geste und schlingst deine Arme fest um meine Hüften. Es fühlt sich sehr gut an, so in deinen Armen zu sein.
Ich mag Männer und hab schon jede Menge Typen gedatet. Aber unter der Oberfläche schlummert schon lange etwas anderes. Ein Gedanke, der mich nicht loslässt, die Frage, wie es wohl mit einer Frau wäre. Was passieren würde, wenn ich meine Ängste vergessen und es einfach probieren würde.
Homosexualität ist da, wo ich herkomme, nicht wirklich ein Thema. Ich bin in ziemlich konservativen Verhältnissen groß geworden. Man musste sich anpassen. Heiraten, Kinder, Haus mit Garten. Alles, was nicht in dieses perfekte Bild passt, wird in meiner Heimatstadt als “falsch” abgestempelt. Ich hätte nie gedacht, dass ich den Mut haben würde, diese Seite an mir selbst zu erkunden. Und dann habe ich dich getroffen.
“Du siehst gut aus. Blumenmuster stehen dir.”
“Danke, ähm… du auch.”
Unsere Augen wandern über das Outfit der anderen. Ich entdecke eine feine Silberkette, die in deinem tiefen Ausschnitt hervorblitzt. Dein schwarzer Blazer, die weite Anzughose, du siehst umwerfend aus. Dein Blick brennt sich durch mein Kleid. Dieses Gefühl ist neu - ich glaube nicht, dass ich bei irgendwem schon mal so nervös war.
Du streifst eine Haarsträhne hinter mein Ohr. Ich zittere vor Aufregung. Ich weiß, dass dir mein Kleid gefällt. Du hast nämlich mal gesagt, dass du findest, dass Blumenmuster unterbewertet sind.
“Hey, ähm, ich bin zwar gerade erst angekommen, aber… Ich hab irgendwie nicht so Bock auf das ganze Büropartyding. Hättest du Lust, woanders hinzugehen? ”
Wir haben uns oft darüber lustig gemacht, wie unangenehm solche Arbeitsveranstaltungen sein können. Und es passt zu dir, zu spät zu kommen, ein Glas Wein zu trinken und dann wieder zu verschwinden. Aber zumindest willst du mich dabei haben.
Ich erinnere mich an eines unserer ersten Gespräche darüber, wie nervig diese langweiligen Happy Hour- und Networking Events sind, zu denen wir ständig kommen müssen. Wie die meisten Freundschaften ging auch unsere mit harmlosem Smalltalk los, aber entwickelte sich bald zu tiefen Gesprächen beim Mittagessen und Nachrichten außerhalb der Arbeitszeiten. Und mit jeder Unterhaltung wuchs die Anspannung zwischen uns.
Deine Lippen kräuseln sich zu einem verführerischen Lächeln. Unsere Blicke treffen sich und... ich weiß auch nicht. Da ist etwas zwischen uns, das man mit Worten nicht erklären kann.
“Ja, verschwinden wir von hier.”
Gerade drehe ich mich um und will losgehen, als du plötzlich meinen Arm packst, mich wieder zu dir drehst und deine Lippen auf meine presst.
Du greifst um meine Taille und ich streichle mit einer Hand über dein weiches, kurzes Haar. Du schmeckst so gut. Deine Zunge gleitet sanft durch meine Lippen. Oh Gott, wie lange ich insgeheim auf diesen Moment gewartet habe.
Moment. Scheiße. Wir sind wortwörtlich umzingelt von Arbeitskollegen. Ich löse mich von dir und lächle dich offen an, damit du nicht bereust, was gerade passiert ist.
“Das wollte ich schon lange machen.”
“Und warum hast du es nicht gemacht?”
“Ich wollte dich nicht überwältigen. Ich dachte, du merkst vielleicht von selbst was… ”
“Ja, das habe ich auch. Ich… ich hab dich ziemlich gern. Aber du weißt ja, dass ich noch nie etwas mit einer Frau hatte. Das ist alles ziemlich neu für mich. Aber ich… ich mag dich wirklich sehr. Und ich will diesen Schritt gehen… mit dir.”
Dein Blick wird ganz glasig, deine Hände streicheln über mein Haar entlang meines Kragens zu meinem Schlüsselbein. Du nimmst meine Hand in deine und zwinkerst mir zu.
“Was hältst du davon, wenn wir nach oben gehen?”
Oh Gott. Ich kann es kaum glauben. Hier bin ich. Mit dir. Deine Hände greifen meine Taille und du drückst mich gegen die Wand der Aufzugskabine.
Als wir das Zimmer erreichen, machen wir nicht mal das Licht an. Ich lasse mein Handy und meine Tasche auf den Boden fallen, als deine Lippen wieder auf meine treffen.
Du küsst mich weiter, bis ich mit dem Rücken zur Wand stehe. Deine Hüften drücken gegen meine. Das fühlt sich so gut an.
Ich streichle über deine Brust, ziehe dich an deinem Hemdkragen zu mir. Gleichzeitig fährst du mit beiden Händen über meine Hüften. Du küsst mich weiter, über meinen Hals, meine Schultern. Mein Kopf dreht sich.
Du wanderst wieder nach oben und ich spüre, wie du mit einem Daumen über meine Brust streichelst. Meine Nippel werden hart. Ich habe keine Angst, ich mache mir keine Sorgen. Ich fühle mich einfach nur gut.
“Komm her…”
Du drehst mich um und wir stolpern zusammen zum Bett, bevor wir auf die weiche Matratze fallen. Ich liege auf dem Rücken, du hockst dich auf mich. Unser Stöhnen durchdringt die Dunkelheit und Stille des Hotelzimmers.
Meine Hände gleiten unter dein Hemd, du schüttelst erst deinen Blazer ab und zerrst dann ungeduldig an den Hemdknöpfen. Dich dabei zu beobachten, macht mich total an. Ich weiß nicht, wie oder warum ich mich so fühle, wenn ich mit dir zusammen bin. Du ziehst mir in einer Bewegung mein Kleid über den Kopf und wir kehren in unsere leidenschaftliche Umarmung zurück.
Als mir klar wird, dass eine halbnackte Frau auf mir sitzt, werde ich plötzlich ganz nervös und aufgeregt. Oh Gott, das ist alles so unfassbar. Was, wenn ich sie nicht befriedigen kann?
“Wir machen alles ganz langsam, okay? Wenn ich aufhören soll, kannst du es mir einfach sagen.”
“Okay… danke.”
“Willst du irgendwas Bestimmtes ausprobieren?”
“Ich… ich weiß nicht… Ich will einfach nur… dich… ”
“Ist es in Ordnung, wenn ich die Kontrolle übernehme? Und du sagst mir, wenn dir gefällt, was ich mache, okay? ”
“Ja, okay. ”
Meine Wangen werden ganz heiß, als du vorsichtig in meinen Schritt greifst. Sanft gleitest du mit zwei Fingern in meine Spalte und dann… ganz langsam… …fängst du an, meine Clit zu massieren.
“Oh… Oh, ja…”
Mit deinen Knien spreizt du vorsichtig meine Beine, stützt dich auf deine Arme. Dann küsst du mich wieder.
“Das fühlt sich sehr gut an.”
“Ja? Gefällt dir das?”
Meine Sinne sind geschärft und ich spüre jede deiner Berührungen so intensiv. Du gleitest durch mich hindurch, verteilst meine Flüssigkeit. Dann kreist du langsam um meine Clit, aber berührst sie nicht.
“Ja… ja… mach weiter.”
Oh Gott… Deine Kreise werden immer enger.
“Wie fühlt sich das an?”
“ Sehr gut… ich will dich spüren.”
Wie von selbst stoßen meine Hüften nach oben und ich schlinge meine Beine um deinen Körper. Ich bin nicht mehr nervös. Ich will mehr.
Meine Hände streicheln über deine weichen Kurven, deinen Rücken, deine Brüste. Ich nehme einen Nippel zwischen meine Finger und kitzle ihn mit meiner Zungenspitze.
“Hm ja...”
Und dann dringst du mit deinen Fingern in mich ein, stößt langsam vor und zurück.
Immer noch auf mir beugst du dich zu mir runter und ich umarme dich fester. Das fühlt sich so gut an. Deine Finger in mir. Deine Lippen auf meinen. All die Dinge, die ich mir so lange vorgestellt habe. Ich will mehr. Ich will dich.
Ich winde mich unter dir, greife in dein Haar. Du küsst meine Brüste, saugst an meinen Nippeln und stößt mit deiner Hand immer wieder in mich.
“Schneller… Oh ja…!”
Du lächelst mich an. Das verruchte Grinsen, das ich schon hundertmal gesehen habe. Aber jetzt bin ich unter dir, genau da, wo ich schon seit Ewigkeiten sein will.
“Du bist ziemlich süß, wenn du geil bist.”
Ich hab mich noch nie so gefühlt… so unglaublich geil… Gott, du bist verdammt gut.
“Oh Gott, ja! Mach weiter… ich komme!”
Mein Orgasmus überwältigt mich. So bin ich noch nie gekommen. Oh Gott, das war unglaublich. Du legst dich neben mich und ziehst mich an dich. Sanft streichelst du mein Haar.
“Heißt das, es hat dir gefallen?”
“Das war… Oh Gott… Ja, es hat mir sehr gut gefallen. ”
“Gut. Es ist okay, weißt du. Dass dir das gefällt. Dass ich dir gefalle.”
“Danke. Ich… in meiner Familie war es halt anders. Aber ja, genau das hier will ich.”
“Hm, gut. Ich bin nämlich noch nicht fertig mit dir.”